Schon in der Kindheit macht fast jeder Erfahrungen mit der Kraft gebündelten Lichts. Bereits im Kindergarten laufen die ersten Versuche, mit Hilfe eines Brennglases den Nachbarn zu necken oder ein Stück Papier zum Glimmen zu bringen. Als technische Anwendung dieser kindlichen Experimenten mit der Kraft von Lichtstrahlen haben Forscher im Lauf der letzten Jahrzehnte eines der wertvollsten Werkzeuge geformt, das uns zur Verfügung steht: den Laser. Im Laser werden Lichtstrahlen mit nur einer Wellenlänge gebündelt – ein Laser ist also ein fokussierter absolut einfarbiger Lichtstrahl. Auf mehreren Kilometern Entfernung weitet sich dabei der Strahl nur um wenige Millimeter und erhält dadurch die gesamte Energie auf kleinstem Raum.

Ganze Legionen von Science-Fiction-Autoren hat der Laser zu den fantasievollsten Waffenkreationen inspiriert, von denen wahrscheinlich die Laserschwerter der Sternenkrieger in der “Star Wars”-Trilogie des Regisseurs George Lucas die bekanntesten Exemplare sind.

Auf einem weitaus weniger plakativen Feld werden Laser aber ganz ohne futuristische Fantasie tagtäglich angewendet: So werden die neuen Möglichkeiten der berührungslosen Werkstoffbearbeitung werden zum Beispiel dazu genutzt, zentimeterdicke Stahlbleche mit hoher Präzision und ohne Abfall von Eisenspänen in komplizierteste Geometrien zu schneiden.

In der Medizin dienen Lichtskalpelle als Operationswerkzeuge für Arbeiten an feinsten Strukturen des Körpers in der Gehirn- und Gefäßchirurgie, ebenso zur permanenten Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit im LASIK-Operationsverfahren. Hier werden mit Laser-Hilfe gezielte Veränderungen der Hornhaut herbeigeführt und damit die Brechkraft des Auges so verändert, dass eine Brille oder Kontaktlinse überflüssig wird.

Weder Unterhaltungsindustrie noch Informationstechnologie sind ohne den laserbasierenden Datenträger wie DVD oder CD vorstellbar. Zumindest über zwei Jahrzehnte war der physische Transport von Daten ohne Hilfe von optischen Medien unvorstellbar, weil das Preis-Leistungsverhältnis dieses Verfahrens sowie die einfache Vervielfältigung ungeschlagen war. Und selbst im Zeitalter der ohne bewegliche Medien arbeitenden MP3-Player, Video-On-Demand und Musikdownloads aus dem Internet haben optische Datenträger ihre Berichtigung in der Langzeitarchivierung behalten. Heute wie damals werden die Bits dabei von Laserdioden gelesen und im Fall von beschreibbaren Medien auch in die Oberfläche der Rohlinge gebrannt.